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Bindestock zum Fliegenbinden – worauf es wirklich ankommt

29. Aug.
9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen




Stonfo Rotations-Bindestock und Regal Travel Vise mit Regular Jaws im Vergleich.
Zwei unterschiedliche Bindestock-Konzepte im direkten Vergleich: links ein Rotations-Bindestock von Stonfo, rechts ein Regal Travel Vise mit Regular Jaws und Aluminium Pocket Base.

Beim Fliegenbinden gibt es für mich kaum einen anderen Bereich beim Fliegenfischen, in dem man seine eigenen Gedanken und Ideen so individuell einbringen kann.

Der Kreativität sind dabei fast keine Grenzen gesetzt.

Materialien, Farben, Formen und Proportionen lassen sich auf unterschiedlichste Weise miteinander kombinieren. Natürlich gibt es eine grobe Orientierung, wie bestimmte Fliegenmuster aufgebaut sind und was sie darstellen sollen.

Aber ob unsere Idee am Ende wirklich funktioniert, entscheidet nicht irgendeine Regel.

Das entscheidet der Fisch.

Spätestens nachdem ich einmal gesehen habe, wie eine Forelle an der Verpackung einer Marlboro-Schachtel herumkaute und offensichtlich versuchte, sie zu verschlingen, war für mich eines ziemlich klar:

Ein Fisch sieht und nimmt das, was er in diesem Moment interessant findet.

Genau deshalb finde ich das Fliegenbinden so faszinierend.

Man kann sich an bewährten Mustern orientieren, muss sich aber nicht stur daran halten.

Bevor wir binden, brauchen wir einen Bindestock

Bevor wir mit dem eigentlichen Binden anfangen, brauchen wir aus meiner Sicht zuerst das wichtigste Werkzeug überhaupt:

den Bindestock.

Warum?

Ganz einfach:

Er hält den Haken.

Viele andere Werkzeuge erleichtern uns die Arbeit, sind aber nicht zwingend notwendig.

Den Bindefaden kann man theoretisch auch ohne Bobbin führen.

Eine Hechel lässt sich auch ohne Hechelklemme um den Haken winden.

CDC kann man verarbeiten, ohne dafür zwingend spezielles und teures Werkzeug zu benötigen.

Und selbst einen Abschlussknoten kann man ohne Whip Finisher herstellen – mit der Hand oder zur Not mit einem kleinen Röhrchen oder einem Kugelschreiber.

Was ich damit sagen will:

Fliegenbinden ist Handwerk.

Werkzeuge helfen uns dabei, sauberer, präziser und angenehmer zu arbeiten.

Entscheidend bleibt aber das handwerkliche Geschick.

Und keine Angst:

Mit etwas Übung kann praktisch jeder das Fliegenbinden lernen.

Beim Halten des Hakens wird es allerdings schwieriger.

Irgendetwas muss ihn während des Bindens zuverlässig festhalten.

Und genau deshalb beginnt für mich alles beim Bindestock.

Meine ersten Erfahrungen mit Bindestöcken

Als ich mit dem Fliegenbinden angefangen habe, hörte ich von allen Seiten etwas anderes.

Der eine sagte:

Dieser Bindestock ist gut.

Der nächste meinte:

Genau den würde ich niemals kaufen.

Dann kamen Empfehlungen für Modelle, die für mich damals preislich einfach weit außerhalb dessen lagen, was ich mir leisten konnte.

Und ganz ehrlich:

Irgendwann bekam ich fast das Gefühl, dass man ohne einen teuren Bindestock überhaupt nicht vernünftig binden könne.

Mein Glück war wieder meine Herkunft.

Dort kannte ich Leute, die mit den einfachsten Mitteln Fliegen gebunden haben, die es wirklich in sich hatten.

Einer hatte sich sogar seinen Whip Finisher aus Schweißdraht selbst gebaut.

Das Werkzeug war teilweise sehr einfach, manchmal fast schon primitiv.

Aber wenn ich bei ihnen in der Bindestube saß, entstanden dort für mich einige der besten Fliegen, die ich damals gesehen hatte.

Und alle hatten eines gemeinsam:

Ihr Bindestock hielt den Haken richtig fest.

Das blieb bei mir hängen.

Nicht der Preis.

Nicht die Marke.

Nicht irgendeine spektakuläre Mechanik.

Der Haken muss sicher sitzen.

Mein erster Bindestock

Als ich damals angefangen habe, galt für viele ein Regal-Nachbau aus Indien als eine gute und bezahlbare Lösung.

Also kaufte ich mir ebenfalls einen – allerdings gebraucht.

Ich habe viele Jahre darauf gebunden und ihn später sogar noch weiter verschenkt.

Schon das zeigt für mich ziemlich gut:

Man braucht keinen extrem teuren Bindestock, um vernünftig Fliegen binden zu können.

Und ich sage das nicht nach ein paar gebundenen Mustern.

Seit 2010 binde ich wirklich intensiv.

Ich bin sicher nicht derjenige, der die meisten Fliegen bindet. Es gibt immer jemanden, der noch mehr am Bindestock sitzt.

Ich binde eher nach Lust und Laune und natürlich auch dann, wenn jemand etwas bei mir bestellt.

Gerade von November bis April kommen bei mir schnell einmal um die 30 Fliegen pro Woche zusammen.

Während der Saison wird es meistens weniger, weil ich dann natürlich lieber am Wasser bin. Trotzdem wird auch dann weitergebunden, je nachdem, was gerade gebraucht wird.

Über das Jahr gerechnet können so durchaus um die 1.000 Fliegen zusammenkommen.

Ich erwähne das nicht, weil ich irgendeinen Rekord aufstellen möchte.

Sondern weil man nach dieser Menge ziemlich schnell merkt, welche Eigenschaften eines Bindestocks im Alltag wirklich wichtig sind – und welche einfach nur angenehm zu haben sind.

Der Haken muss sicher sitzen

In erster Linie muss ein Bindestock für mich genau das können:

den Haken sicher und zuverlässig spannen.

Dabei würde ich mich von den Angaben in einer Produktbeschreibung nicht verrückt machen lassen.

Wenn dort beispielsweise steht, dass ein Bindestock Hakengrößen #4 bis #18 spannt, ist das für viele Forellen- und Äschenfischer bereits vollkommen ausreichend.

Ein #4er Haken ist für unsere klassische Fischerei schon ziemlich groß.

Und aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass bei vielen Bindestöcken an den Backen trotzdem noch genügend Spielraum vorhanden ist, um gelegentlich auch etwas kleinere Haken als offiziell angegeben sauber zu spannen und einzubinden.

Garantieren kann man das allerdings nicht bei jedem Modell.

Denn auch bei den Haken selbst sind die Größen nicht herstellerübergreifend exakt genormt.

Ein #14er Trockenfliegenhaken kann sich in Länge, Hakenbogen und Drahtstärke deutlich von einem anderen #14er unterscheiden.

Gerade bei größeren Haken kann deshalb irgendwann tatsächlich die Grenze der Backen erreicht sein, vor allem wenn der Draht deutlich stärker wird.

Bei kleineren Haken ist dagegen häufig noch etwas Spielraum vorhanden.

Und ganz ehrlich:

Die meisten Binder bewegen sich bei klassischen Forellen- und Äschenfliegen ohnehin überwiegend in einem Bereich bis ungefähr Größe #18.

#20 kommt natürlich vor, ist im normalen Alltag aber schon etwas spezieller.

Entscheidend bleibt für mich deshalb:

Hält der Bindestock die Hakengrößen sicher, die ich tatsächlich regelmäßig verwende?

Wenn ja, passt es.

Wer hauptsächlich große Streamer auf 1/0, 2/0 oder noch größeren Haken bindet, ist normalerweise ohnehin schon tiefer in der Materie.

Dann weiß man meist selbst ziemlich genau, welche Anforderungen man an Backen und Bindestock hat.

Die wichtigsten Spannsysteme

Bei den Spannsystemen begegnen mir zwei Prinzipien besonders häufig.

Und gleich vorweg:

Ich mag beide und finde beide richtig gut.

Die eine Variante ist das klassische Klemmsystem, wie man es beispielsweise von Regal-artigen Bindestöcken kennt.

Der Haken wird direkt über die Backen festgeklemmt.

Das System ist einfach, robust und seit vielen Jahren bewährt.

Die andere Variante arbeitet mit einem Hebel- beziehungsweise Exzentersystem, wie man es beispielsweise bei Renzetti oder vielen Stonfo-Bindestöcken findet.

Hier wird der Haken über einen Hebel gespannt.

Das geht schnell und komfortabel, insbesondere wenn viele Haken hintereinander eingespannt werden.

Für mich gibt es dabei keinen grundsätzlichen Sieger.

Das klassische System gefällt mir wegen seiner Einfachheit und Direktheit.

Das Hebelsystem gefällt mir wegen der schnellen und angenehmen Bedienung.

Dann gibt es beispielsweise noch Bindestöcke von HMH.

HMH ist besonders in den USA seit vielen Jahren etabliert. Bei den klassischen Modellen findet man unter anderem Spannhebel und austauschbare Backen. Bei uns sieht man diese Bindestöcke deutlich seltener.

Auch Bindestöcke in ähnlicher Bauart und günstigere Nachbauten werden angeboten.

Zur Qualität dieser Nachbauten kann ich allerdings nichts sagen.

Ich habe noch nie einen davon in echt gesehen und auch nie damit gebunden.

Deshalb würde ich sie weder pauschal empfehlen noch schlechtreden.

Am Ende zählt bei jedem Spannsystem das Gleiche:

Der Haken muss sicher sitzen und die Bedienung muss für mich passen.

Ein Bindestock muss stabil stehen

Der zweite entscheidende Punkt ist für mich:

Ein Bindestock muss vernünftig stehen und darf beim Arbeiten nicht ständig wackeln.

Wenn der Haken perfekt gespannt ist, aber bei jedem stärkeren Zug der ganze Stock über den Tisch wandert, habe ich wenig davon.

Darum sind für mich persönlich Bindestöcke mit Fußplatte die erste Wahl.

Ich kann den Stock dort hinstellen, wo ich ihn haben möchte, und ihn jederzeit ein Stück verschieben oder drehen, ohne vorher eine Tischklemme lösen zu müssen.

Die notwendige Stabilität kann dabei über das Gewicht der Fußplatte, eine entsprechend große Auflagefläche oder idealerweise über eine Kombination aus beidem entstehen.

Eine Tischklemme kann natürlich genauso gut funktionieren.

Wer immer am gleichen Arbeitsplatz bindet, wird damit möglicherweise sogar glücklicher.

Für mich bietet eine gute Fußplatte aber die angenehmste Kombination aus Stabilität und Flexibilität.

Klassischer Bindestock oder Rotation?

Stonfo Rotations-Bindestock mit Fußplatte zum Fliegenbinden und Kontrollieren der Fliege aus verschiedenen Positionen.
Mein Stonfo Rotations-Bindestock begleitet mich seit vielen Jahren. Auf ihm habe ich inzwischen tausende Fliegen gebunden. Besonders schätze ich, dass ich die Fliege während des Bindens schnell drehen und von allen Seiten kontrollieren kann.

Für klassische Forellen- und Äschenfliegen spielt es für mich grundsätzlich keine entscheidende Rolle, ob man einen klassischen Bindestock oder einen Rotations-Bindestock verwendet.

Bei einem echten Rotations-Bindestock bleibt der Hakenschenkel beim Drehen möglichst in seiner Achse.

Das klingt zunächst beeindruckend.

Aber ich frage mich bei meiner Art zu binden ganz nüchtern:

Was bringt mir das beim eigentlichen Binden wirklich?

Bei vielen klassischen Mustern erstaunlich wenig.

Ich winde beispielsweise viele Materialien bewusst mit der Hand nach vorne.

Teilweise arbeite ich sogar ohne Hechelklemme.

Nicht, weil eine Hechelklemme schlecht wäre.

Ich mache es, weil ich mit den Fingern das beste Gefühl für das Material habe.

Ich merke unmittelbar, wie viel Spannung anliegt, wie sich das Material verhält und kann jede Wicklung entsprechend kontrollieren.

Gerade diese Spannung ist für mich wichtig.

Wenn Material sauber und mit der richtigen Spannung eingebunden wird, halten die Fliegen aus meiner Erfahrung deutlich länger.

Darum ist Rotation bei klassischen Forellen- und Äschenmustern für mich kein Muss.

Sie kann bestimmte Arbeitsschritte erleichtern.

Sie kann komfortabel sein.

Aber die Rotation macht die Fliege nicht automatisch besser.

Wo Rotation für mich wirklich einen Vorteil hat

Nicht falsch verstehen:

Ich selbst binde seit über zehn Jahren an einem Rotations-Bindestock.

Ich kenne diese Bauweise sehr gut und arbeite auch gerne damit.

Der größte Vorteil liegt für mich aber an einer ganz anderen Stelle:

Ich kann die Fliege von allen Seiten betrachten, während der Haken sauber in seiner Achse bleibt.

Will ich beispielsweise die Unterseite einer Trockenfliege oder Nymphe kontrollieren, drehe ich den Haken einfach.

Ich bekomme sofort eine saubere Ansicht und muss nichts neu ausrichten.

Das ist angenehm und praktisch.

Für das eigentliche Einbinden vieler klassischer Materialien verwende ich die Rotation dagegen nur selten.

Und auch dieses besonders freie Rotieren, bei dem man die Kurbel leicht antippt und der Bindestock möglichst lange weiterläuft, beeindruckt mich beim klassischen Binden nur bedingt.

Technisch kann das hervorragend gemacht sein.

Für mich ist etwas anderes wesentlich wichtiger:

Der Widerstand der Rotation sollte sich möglichst stufenlos einstellen lassen.

Wenn ich die Rotation in eine bestimmte Position drehe, möchte ich, dass sie dort auch bleibt.

Der eingestellte Widerstand sollte so sein, dass sich das Eigengewicht des Rotationssystems nicht selbstständig weiterdreht und die Position wieder verändert.

Ideal ist für mich deshalb eine Rotation, die leicht läuft, sich aber trotzdem in jeder gewünschten Stellung sicher halten lässt.

Das bringt mir beim tatsächlichen Binden wesentlich mehr als die Frage, wie lange sich ein System frei weiterdrehen kann.

Wie viel muss ein guter Bindestock kosten?

Gerade Anfängern würde ich nicht empfehlen, automatisch den billigsten Nachbau für 20 oder 30 Euro zu kaufen.

Ein Bindestock ist normalerweise kein Werkzeug, das man jedes Jahr ersetzt.

Man kauft einen vernünftigen Stock und bindet darauf oft viele Jahre.

Heute bekommt man meiner Meinung nach ungefähr im Bereich von 120 bis 150 Euro bereits sehr ordentliche Bindestöcke, mit denen sich hervorragend arbeiten lässt.

Irgendwann kommt vielleicht der Moment, an dem man sagt:

Jetzt möchte ich etwas Hochwertigeres.

Dann landet man schnell bei 250 Euro aufwärts.

Und auch dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden.

Ein höherwertiger Bindestock kann bessere Backen haben, präziser verarbeitet sein, sauberer laufen und einfach mehr Freude bei der Arbeit machen.

Nur sollte man Preis und Ergebnis nicht miteinander verwechseln.

Ein 500-Euro-Bindestock kann präziser verarbeitet und angenehmer zu bedienen sein – die Qualität der Fliege entscheidet aber weiterhin das handwerkliche Können.

Das bessere Werkzeug kann die Arbeit angenehmer und präziser machen.

Arbeiten müssen wir trotzdem selbst.

Und was ist mit Reisebindestöcken?

Original Regal Travel Vise mit Regular Jaws, Aluminium Pocket Base und klassischem Regal-Spannsystem zum Fliegenbinden.
Mein originaler Regal Travel Vise mit Regular Jaws und Aluminium Pocket Base. Besonders mag ich das typische Regal-Spannsystem: einfach, direkt und der Haken sitzt mit einem Handgriff sicher. Trotz seiner kompakten Bauweise ist er für mich nicht nur für unterwegs, sondern genauso gut für den dauerhaften Einsatz zu Hause geeignet.

Dann gibt es noch einen Begriff, bei dem ich inzwischen etwas genauer hinschaue:

Reisebindestock.

Bei manchen Modellen ist diese Bezeichnung absolut nachvollziehbar.

Bei anderen sehe ich persönlich hauptsächlich einen normalen Bindestock, der vielleicht etwas kleiner, leichter oder kompakter gebaut wurde.

Für mich verdient ein Bindestock die Bezeichnung Reisebindestock vor allem dann, wenn seine Konstruktion auf Reisen tatsächlich einen praktischen Vorteil bietet.

Er sollte sich beispielsweise kompakt zerlegen lassen, wenig Platz beanspruchen, leicht zu transportieren und anschließend schnell wieder einsatzbereit sein.

Mir sind hier insbesondere Lösungen von Stonfo und C&F aufgefallen, bei denen der Reisegedanke konstruktiv stärker berücksichtigt wird.

Ob man so etwas wirklich braucht, ist allerdings wieder eine andere Frage.

Denn auch ein normaler Bindestock lässt sich einpacken und mitnehmen.

Und umgekehrt gilt genauso:

Nur weil auf einem Bindestock „Traveler“, „Travel“ oder „Reise“ steht, heißt das nicht, dass er ausschließlich für unterwegs gedacht ist.

Wenn es im Grunde ein normaler Bindestock ist, der lediglich etwas kompakter gebaut wurde, kann er zu Hause genauso gut funktionieren.

Man sollte sich von solchen Bezeichnungen also nicht unnötig beeinflussen lassen.

Entscheidend ist auch hier:

Steht er stabil, hält er meine Haken sicher und lässt sich angenehm damit arbeiten?

Wenn ja, kann ein sogenannter Reisebindestock genauso gut der Bindestock sein, auf dem man zu Hause jahrelang bindet.

Mein Fazit

Für das klassische Binden von Forellen- und Äschenfliegen ist es meines Erachtens ziemlich egal, ob ein klassischer Regal-artiger Bindestock, ein entsprechender Nachbau oder ein Rotations-Bindestock zum Einsatz kommt.

Am Ende entscheidet oft gar nicht die Technik des Bindestocks, sondern der persönliche Gedanke dahinter:

Das gefällt mir. Das möchte ich haben. Damit möchte ich arbeiten.

Und genau das ist völlig in Ordnung.

Der eine mag das klassische, einfache System.

Der andere möchte Rotation.

Der nächste legt Wert auf eine schwere Fußplatte, ein bestimmtes Spannsystem oder einfach auf eine besonders schöne und präzise Verarbeitung.

Solange der Bindestock den Haken sicher hält, stabil steht und zur eigenen Art zu binden passt, erfüllt er für mich seinen Zweck.

Und wenn ich es ganz nüchtern betrachte, sind heute die meisten gängigen Bindestöcke, die von vernünftigen Fliegenfischer-Fachhändlern angeboten werden, für ihren vorgesehenen Einsatz gut brauchbar.

Natürlich gibt es Unterschiede bei Verarbeitung, Backen, Mechanik, Rotation und Komfort.

Auch die Hausmarken vieler Fliegenfischer-Shops können dabei sehr gute und häufig günstigere Alternativen sein.

Gerade als Anfänger würde ich mich deshalb nicht verrückt machen lassen.

Man muss nicht automatisch zum teuersten Modell greifen.

Und man muss sich auch nicht einreden lassen, dass nur ein bestimmter Markenname oder ein bestimmtes System zu guten Fliegen führt.

Der Bindestock hält den Haken.

Wie gut die Fliege am Ende wird, hängt immer noch davon ab, was wir selbst daraus machen.

Alles Weitere ist persönliche Vorliebe, Komfort und irgendwann vielleicht einfach die Freude an einem besonders schönen Werkzeug.

Eine gute Fliege entsteht durch Übung, Materialgefühl, Fadenkontrolle und handwerkliches Geschick.

Der Bindestock hilft uns dabei.

Den Rest müssen wir selbst machen.


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